WT MMAconcept

Tradition oder Moderne

Traditionen sind im Laufe der Jahre gewachsene Handlungsabfolgen und Benimm-Regeln. Sie dienen in der Szene der Kampkünste dem Schüler und dem Lehrer ein besonderes Verhältnis aufzubauen.
Ein Verhältnis, das eine besondere Form des Respekts deutlich werden läßt. Gerade im asiatischen Bereich spielt die familiären Beziehung eine große Rolle: Respekt und Unterordnung bilden den Rang unter Familienmitgliedern. Der Ältere sagt dem Jüngeren wo es lang geht und der Schüler hat dem Lehrer zu gehorchen und sich anzupassen.

Wir von fight-sports wissen: Das geht auch anders. Aber nachfolgend eine kurze Erläuterung:

Das traditionelle WingChun versteht sich als Familiensystem.
Demnach erwartet der Lehrer vom Schüler bestimmte Handlungsmuster, um eine Hirachie aufrecht zu erhalten (z.B. spezielle Anreden, Verbeugungen, Gesten der Unterwürfigkeit, etc.).

Als das WT durch die EWTO (die Europäische WT Organisation) am europäischen Markt platziert wurde, wurde nicht nur die Familien-Hirachie übernommen, sondern auch die finanzielle Einstellung des WT-Lehrers gegenüber dem Schüler. Dieser wurde nur in die geheimen Techniken eingeweiht, wenn er dafür bezahlte. Der Erzählung nach mußte Ip Man den Gegenwert eines Hauses zahlen, um Unterricht zu erhalten.

Als die EWTO merkte, dass das bisher in Europa unbekannte WT unglaublich großen Anklang fand, wurde für alles Geld verlangt was vermarktet werden konnte: Lehrgänge, Prüfungen, Weiterbildungen, Titel, Bescheinigungen, Gebietsrechte, etc.
Dies ist natürlich auch viel einfacher durchzusetzen, wenn man auf Mitglieder schauen kann, die es aus dem Aufbau einer Organisation gewohnt sind zu gehorchen, bzw. die wissen, dass sie weitere Programme nicht erlernen dürfen, wenn sie dafür nicht bezahlen.
Grundsätzlich ist daran nichts auszusetzen. Jemand, der etwas Gutes anbietet darf dafür gutes Geld verlangen. Erst dadurch wurde WT auch überhaupt nur einem breiten Publikum zugänglich und viele Existenzen von WT-Schulen basieren auf dieser Methodik.

Leider hat die EWTO es dann Ende der `90er maßlos übertrieben und immer mehr Lehrergrade verließen den Verband, um (so paradox dies auch ist) selbst einen Verband zu gründen, damit sie es genauso machen konnten. Diese Lehrer hatten soviel Geld bezahlen müssen, dass sie dachten es nur so wieder `rein zu bekommen. Die traditionelle Einstellung half und hilft weiterhin dabei den Schüler abhängig zu machen, um an ihm zu verdienen.

Muß das so sein ?!

Tradition ist nicht gleichbedeutend mit Kommerz - dennoch machen wir es anders.

Unsere Basis ist nicht traditionell. Wir erwarten keine Unterwürfigkeit, keine Demutsgesten. Und wir betreiben keinen Personenkult bei dem ein Sifu an oberster Stelle steht.
Wir sind sportlich eingestellt und suchen den freundschaftlichen Kontakt zu jedem unserer Mitglieder ohne hirachisches Denken. Bei uns zählt gegenseitiger Respekt ohne diesen erzwingen zu wollen. Unsere Verhaltensregeln sind die des sportlichen Miteinanders.

Wir gehen davon aus, dass jeder der von uns lernen möchte von sich aus respektvoll sein wird.
Genauso bringen wir jedem Mitglied Respekt entgegen und freuen uns, dass sie oder er von uns lernen möchte.